
![]() |
Ab 1426, unter venezianischer Herrschaft, trat Desenzano
in das “Magnifica Patria” ein und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum,
dank vor allem, seines Weizenmarktes. Auch die Kultur war damals sehr lebendig.
Schon 1449 gab es in Desenzano öffentlichen Schulunterricht und um
XVI. Jahrhundert wurde eine Akademie gegründet.
Während des französischen Einfalls vom Cambraibund lehnte Desenzano ab, sich dem Kardinal d’ Amboise zu unterwerfen und stellte sich unter den Schutz von Mantua. Später musste es sich aber vor Luigi XII beugen. Vom 1512 bis 1516 folgen Teile von deutschen Truppen aufeinander. Aber das 5 Jahrhundert bescherte auch weitere Unglücksfälle, wie die Ankunft der Landsknechte und die Pest 1567. 1772 konnte Desenzano nach fast 350 Kriegsjahren die Unabhängigkeit von Salò erzielen. Nach der Jakobinerrevolution 1797, ist Desenzano Sitz vom Benacobezirk (dipartimento del Benaco) geworden. |
Es ist nicht schwierig für Touristen oder Einheimische, auch in großen Linien, die entscheidenden Momente der Geschichte dieser anmutigen Stadt am Gardasee durchzugehen. Es genügt, Gebäude, Denkmäler oder archäologische Stätten anzusehen, die uns noch heute an das vergangene Leben erinnern.
| Wir beginnen unsere Reise am östlichen Tor des alten Dorfes. Am See, wo das Kloster von S. Maria de Senioribus war ,befindet sich das archäologische Museum. Wenn man es besichtigt, kann man auf den Ursprung der Stadt zurückgehen. Das Museum ist nach Giovanni Rambotti benannt worden, dem Gelehrten, der die prähistorische Ansiedlung der Kultur von Polada (2000 v. Chr.) entdeckte. Bei der Betrachtung der in Glaskästen aufbewahrten Fundstücke versteht man, dass die ersten Siedlungen in die Periode zwischen Mittelsteinzeit (800 v. Chr.) und Bronzezeitalter (2000 v. Chr.) zurückreichen. Zu dieser letzten Zeit gehört das wichtigste Fundstück des Museums: der älteste Pflug der Welt. Er geht auf circa 2000 Jahrhundert v. Chr. zurück und wurde in gutem Zustand in der Gegend Lavagnone (südlich von Desenzano) ausgegraben. Das konnte geschehen, weil das Torfmoor in dem es gefunden wurde ohne Sauerstoff ist. | ![]() |
Die römische Periode endete mit den germanischen und östlichen Völkerwanderungen, die auch diese Villa zerstörten. Um sich vor den Plünderugen der Ungaren zu schützen, wurde um X. Jahrhundert die Burg gebaut, die hoch gelegen auf der Hügel über dem Hafen und der Umgebung ragt, wo die Grundbauten eines römischen „Castrum“ viereckiger Form lagen. Im Inneren des Komplexes gab es ein kleines Dorf, mit Straßen, Platz, Glockenturm und mit einer dem Heiligen Ambrosius geweihten Kirche. Von dieser Verteidigungsburg bleibt heutzutage nur die Einfriedungsmauer und ein Bau als Kaserne gebraucht, der 1883 errichtet wurde.
|
Wenn man durch via Castello (Burgstrasse) heruntergeht, der schnellste und steilste Weg, der den Ober- mit dem Unterteil der Stadt verbindet, gelangt man zum Hauptplatz von Desenzano: Malvezzi Platz. Hier spricht alles von der Zeit der Venetien-Herschaft. Jahrhunderte lang fand auf diesem Platz, unter streger Aufsicht der Venetier-Behörden, zuerst am Montag, später am Dienstag, der bedeutendste Weizenmarkt der ganzen Lombardei statt. Für die Wirtscaft der Stadt war der mit dem Platz verbundene Hafen sehr wichtig. Der Hafen, heute alter Hafen genannt, wurde am Ende des XV. Jahrhunderts mit riesigen Felsblocken und Steinen realisiert. Später, in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts wurde der Hafen vom Doge Andrea Gritti neu aufgebaut und erweitert. Auf den erstandenen Erdwällen wurden Wohngebäude mit geräumigen Kornlagern errichtet. Der weite befestigte Hafen konnte die Boote der Händler empfangen, die von den nördlichen Seegegenden Öl, Zitronen, Wein, Wollstoff, Eisenwaren nach Desenzano brachten. Sie fuhren dann, mit Getreide beladen, zurück. |
| Südlich vom Hafen, etwa in der Mitte der Lauben, sieht
man den schönen unvollendeten Palast des Inspektor mit Blick auf den
Hauptplatzt dort, wo via Castello beginnt. Dieses Gebäude zeugt von
dem erbitterten Streit zwischen fünf Gemeinden (Desenzano, Rivoltella,
Padenghe, Pozzolengo, Bedizzole) und Salò, wo der Venetische Inspektor,
den Venedig jede sechzehn Monaten dahin sandte, wohnte. Diese Gemeinden
baten öfter zwischen 1532 und 1588 von der Gerichtsbarkeit von Salò
befreit zu werden und um einen einigenen Inspektor. Aus diesem Grund bestellte
die Gemeinde von Desenzano, die offenbar vertrauensvoll an die Annahme
der Anfrage glaubte, dem Architekten Todeschini den Plan für das Behördegebäude
und ließ die Bauarbeiten beginnen. Aber der Venetische Senat war
dagegen, und so blieb der Palast unvollendet. Es fehlt die dritte Arkade.
Und noch, während der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts fing man mit dem Bau des „Granarolo“ (Kornkammern) an, mit einem weiten Bogengang, der zwei Seiten der dem Hafen gegenüber stehenden Lagerhäuser umgibt. In seinem oberen Stockwerk sollte das „Casa del Comune“ (Rathaus) Platz finden, aber das wurde nie errichtet. Auch dieser Plan wurde von Architekten Todeschini ausgeführt. Heute befindet sich hier der sogenannte „Palazzo del turismo“ (Fremdenverkehrpalast). |
![]() |
Unsere kurze Reise endet südlich von Desenzano, in S. Martino,
wo die Französen einen großen Tribut an Menschenleben für
die Unabhängigkeit unseres Landes auferlegten. Der über 65 m
hohe Turm wurde
im Jahre 1893 errichtet und erinnert uns heute an den dramatischen 24.
Juni 1859.
15 Stunden lang (von 6.00 morgens bis 21.00 abends) stießen sich
die Französisch-Piemontesischen und die Österreichischen Armeen
aufeinander. Die Schlacht war sehr blutig. Über 25.000 Soldaten starben
und 15.000 wurden verletzt. Es wurde auf zwei Seiten gekämpft: die
Nördliche um San Martino, wo die Piemonteser, unter der Führung
von Vittorio Emanuele II, die Österreichischen Soldaten züruckdrängten.
Südlich um die Burg von Solferino, schickte Napoleon III. 4 Divisionen
gegen die Armeen von Baraguay D’Hillers und Mac Mahon.
Wenn man heute an einem klaren Sonnentag auf den Turm steigt, bietet
sich von oben eine bezaubernde Aussicht. Es scheint, daß sich der
See, die Berge ringsum, die Möranenhügeln mit Weingarten und
Olivenbäumen und die Ebene mit einer unvergeßlichen Wirkung
umarmen.
|
|
![]() |
![]() |
|